Zwischen 2003 und 2023 stieg nach Angaben einer Publikation des Robert Koch-Instituts im Journal of Health Monitoring die Adipositasprävalenz von 12,2 % auf 19,7 % über alle Alters-, Geschlechts- und Bildungsgruppen hinweg an. Die Rauchprävalenz sank von 32,1 % auf 28,8 %, vor allem bei Jüngeren und in der hohen Bildungsgruppe, stagnierte jedoch zuletzt.
Zu ihrer Prävention existieren, so die Autoren, neben der individuellen Verhaltensänderung effektive gesundheitspolitische Maßnahmen der Verhältnisprävention, die darauf abzielen, gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen für die Bevölkerung zu schaffen. In der Publikation werden zeitliche Trends der Adipositas- und der Rauchprävalenz sowie deren Einordnung vor dem Hintergrund bereits ergriffener gesundheitspolitischer Maßnahmen zur Verhältnisprävention analysiert. Untersucht wurden die Adipositas- und Rauchprävalenz der letzten 20 Jahre basierend auf Daten der telefonischen Gesundheitssurveys und der Befragungsstudie Gesundheit in Deutschland aktuell des Robert Koch-Instituts.
Bevölkerungsweite Maßnahmen zur Verhältnisprävention
Der kontinuierliche Anstieg der Adipositasprävalenz zwischen 2003 und 2023 zeigt, dass bisherige Maßnahmen zur Prävention der Adipositasentstehung unzureichend waren. Es sei daher zwingend notwendig, nicht nur eine Verhaltensänderung des Individuums zu adressieren, sondern auch bevölkerungsweite Maßnahmen zur Verhältnisprävention umzusetzen.
Beim Rauchen wurde in den letzten 20 Jahren eine Kombination aus gesetzlichen Maßnahmen (striktere Regulierungen, höhere Besteuerung von Tabakprodukten, Rauchverbote in öffentlichen Räumen) und individuellen Maßnahmen (Unterstützung beim Rauchstopp durch medikamentöse und therapeutische Maßnahmen) umgesetzt. Aktuell seien in Deutschland jedoch keine weiteren tabakkontrollpolitischen Maßnahmen geplant, sodass davon auszugehen sei, dass sich an der Platzierung auf der Tabakkontrollskala und auch bei der Verbreitung des Rauchens in der Bevölkerung auch in absehbarer Zeit keine Veränderungen zeigen werde: „Zur weiteren Reduktion des Tabakkonsums bedarf es einer konsequenteren Umsetzung gesetzlicher Maßnahmen“, fordern die Autoren.
Quelle: RKI
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