Die Blauzungenkrankheit (BTV) ist eine Krankheit von Wiederkäuern, vor allem Rinder, Schafe und Ziegen sind betroffen. Im vergangenen Jahr hat sich die Krankheit rasch in Europa ausgebreitet, nachdem erste Fälle 2023 in den Niederlanden aufgetreten waren. Hauptsächlich im Westen und Norden Deutschlands traten insgesamt etwa 15.000 Fälle auf nach vierjähriger Abwesenheit, die meisten zwischen Juli und Oktober. Denn im Sommer steigt das Risiko stark an, da es über sogenannte „Gnitzen“, kleine blutsaugende Stechmücken, übertragen wird.
BTV: Tierleiden und wirtschaftliche Schäden
Sind Tiere einmal betroffen, leiden sie sehr. Zu den Symptomen gehören hohes Fieber, Schwellungen der Nase, Zunge und des Mundes, auch eine Bindehautentzündung kann auftreten, die Tiere fressen nicht mehr und sind apathisch. Neben den direkten Symptomen an den erkrankten Tieren kann es auch zu Missbildungen und Aborten beim Nachwuchs kommen bis hin zu vermehrten Todesfällen. Trerten Symptome auf, sollte sofort der Tierarzt gerufen werden.
Die dadurch entstehenden wirtschaftlichen Schäden der Landwirtinnen und Landwirte werden zudem nicht von der Tierseuchenkasse aufgefangen. Das finanzielle Risiko bleibt bei der Halterin/dem Halter. Daher empfiehlt das Landwirtschaftsministerium Hessen dringend, die eigenen Herden gegen BTV impfen zu lassen. Denn auch der Export der Tiere ist nun erschwert, da alle Regionen Deutschlands den BTV-Freiheitsstatus verloren haben. Exporte in seuchenfreie Regionen innerhalb der EU sind nicht möglich.
Unterstützung für Landwirtinnen und Landwirte
Daher unterstützt das unter anderem das Land Hessen die Halterinnen und Halter bei der Impfung, die dort bereits seit vergangenem Jahr genehmigt ist. Mit einer Ausnahmegenehmigung hatte die Europäische Arzneimittelagentur die Impfstoffe 2024 bereits für sechs Monate genehmigt, nun empfiehlt der Ausschuss für Tierarzneimittel die generelle Zulassung der vorhandenen Impfstoffe. Während die finale Genehmigung noch aussteht, plant das Land Hessen bereits Unterstützung ein, da nach bisherigen Erkenntnissen alle Impfstoffe gut verträglich sind. Mit der Hessischen Tierseuchenkasse möchte das Land daher einen Zuschuss in Höhe von zwei Euro pro Impfdosis bei Schafen und Ziegen beitragen, bei Rindern drei Euro pro Impfdosis.
Der Impfstoff BLUEVAC-3 der Firma CZ Vaccines S.A.U. ist für die Anwendung gegen BTV des Serotyps 3 bei Schafen und Rindern. Bei Schafen dient er zur aktiven Immunisierung, um Virämie, Mortalität und klinische Symptome zu reduzieren. Bei Rindern soll der Impfstoff nur die Virämie verringern. Der zweite Impfstoff, Syvazul BTV3 der Firma Laboratories Syva S.A., ist nur zur Anwendung bei Schafen. Er immunisiert aktiv zur Verringerung der Virämie, Mortalität und klinischen Symptome sowie zur Reduzierung der Läsionen. Nach drei Wochen liegt jeweils ein wirksamer Impfschutz vor.
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