Neue Treiber seltener Krebserkrankung identifiziert

Nebennierenkarzinom
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Nebennierenkarzinom-Schnitt
Gewebe eines Nebennierenkarzinom-Schnittes unter dem Mikroskop. Die blauen Bereiche sind die Zellkerne und das Zytoplasma ist lila eingefärbt. Uniklinikum Würzburg
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Würzburger Krebsforscher haben in Kooperation mit dem internationalen Cancer Genome Atlas Research Network neue genetische Treiber beim Nebennierenkarzinom identifiziert. Die europäischen Wissenschaftler wurden von Würzburg aus koordiniert.

Forschergruppen aus 39 Institutionen in Europa, Nordamerika, Südamerika und Australien haben Proben von 91 Nebennierenkarzinomen gesammelt und untersucht. Sie führten eine umfassende genomische Analyse als Teil des renommierten „Cancer Genome Atlas Research Network“ durch. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler kürzlich.

Zahl der bekannten genetischen Treiber verdoppelt

Die Studie nennt mehrere neue Gene, die zur Entstehung von Nebennierenkrebs führen. Tatsächlich konnte hier die Anzahl der bekannten genetischen Treiber durch die Studie verdoppelt werden. "Diese Daten haben Auswirkungen auf die Diagnose und die Prognose des Nebennierenrindenkarzinoms. Sie erlauben uns, tief in die Biologie der Krankheit zu blicken und zu verstehen, wie diese neuen Gen-Mutationen zu der Nebennierentumorentstehung und Progression der Erkrankung beitragen", sagt Professor Martin Fassnacht, Leiter der Endokrinologie am Universitätsklinikum Würzburg und europäischer Koordinator der Studie.

Zusammenarbeit war der Schlüssel zum Erfolg dieses Projektes

Das Nebennierenrindenkarzinom betrifft jährlich durchschnittlich nur zwei Menschen pro eine Million weltweit. Weil die Erkrankung so selten ist, behandelt eine Institution alleine jährlich nicht genug Patienten, um aussagekräftige Forschung zu betreiben. "Wir arbeiten seit dem Jahr 2003 daran, Nebennierenkrebsnetzwerke aufzubauen", sagt Fassnacht.

Im Jahr 2003 wurde auf Initiative des Schwerpunkts für Endokrinologie und Diabetologie des Uniklinikums Würzburg das Deutsche Nebennierenkarzinom-Register etabliert, das 2009 in das erste Europäische Netzwerk für das Studium der adrenalen Tumoren integriert wurde. Daher waren die Würzburger Gruppe und ihre europäischen Partner sofort dabei, als das Cancer Genome Atlas Research Network die Erforschung des Nebennierenrindenkarzinoms als sein erstes Projekt zu seltenen Krebserkrankungen ankündigte.

Ein neues Verständnis

Die Studie ergab viele Erkenntnisse, sagt Dr. Silviu Sbiera, einer der beteiligten naturwissenschaftlichen Hormonforscher aus Würzburg. Eine der spannendsten Mutationen wurde im Gen „ZNRF3“ gefunden. Bis zu 20 Prozent der untersuchten Nebennierenkrebsproben weisen eine Mutation in diesem Gen auf.

Die Lösungen finden Sie hier

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