Massive Kritik an der US-Gesundheitspolitik

Befürchtungen für Europa
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US-Flagge vor Hochhäusern
© william87/stock.adobe.com
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Mit teils heftigen Maßnahmen setzt der neue US-Präsident seine „Wahlverspechen“ in die Tat um. An einigen Entscheidungen im Bereich Gesundheit entzündet sich Kritik.

So wird von deutschen Verbänden wie dgi, dagnä, DGPI oder DAIG betont, dass die aktuellen Entwicklungen in der Gesundheitspolitik der USA katastrophale Folgen für Menschen mit HIV und anderen Infektionskrankheiten haben könnten. Die von Donald Trump angewiesenen Behörden strichen Forschungsgelder und wickelten überlebenswichtige internationale Hilfsprogramme ab; Gelder für medizinische Hilfe würden eingefroren. Die Behörde USAID, die unzählige humanitäre Hilfsprogramme verwalte, stehe offenbar vor der Auflösung, Prävention durch Impfungen werde unterminiert. Auch die Gesundheitsversorgung von Schwangeren und Kindern sei betroffen – so sei etwa die Webseite „Richtlinien für Impfungen von schwangeren Menschen“ entfernt worden, weil die Wortwahl nicht mit den Dekreten Trumps vereinbar gewesen sei. Klar sei deshalb aus Sicht der Verbände: Die Entscheidungen der Regierung Trump gefährdeten die globale Gesundheit. Großes menschliches Leid, Krankheit und Tod könnten die Folge sein.

Befürchtungen für Europa

All das werde auch für die Versorgung in Europa und in Deutschland schwere Konsequenzen haben. Die infektiologischen Fachgesellschaften und Verbände DGI, DAIG, dagnä und die DGPI warnten deshalb vor dem immensen Schaden, den eine ideologisch verblendete Einflussnahme auf Wissenschaft und Medizin anrichten könne. Es wurde deshalb an die deutsche Politik appelliert, ähnliche Entwicklungen zu verhindern und die Freiheit der Wissenschaft zu schützen. Prof. Dr. Christoph Spinner, Klinikum der Technischen Universität München (TUM Klinikum) betonte: „Überall dort, wo man den Bereich der Evidenz verlässt und sich auf Ideologien und Populismus stützt, ist es sehr wahrscheinlich, dass für Patientinnen und Patienten Rückschritte, wenn nicht gar lebensbedrohliche Komplikationen, eintreten können. Wir haben in den vergangenen Jahren in der HIV-Forschung sowie bei der Behandlung vieler anderer Infektionskrankheiten so viel erreicht, es konnten viele Leben gerettet werden. Diese Erfolge stehen nun auf dem Spiel. Infektionskrankheiten sind eine globale Angelegenheit – wenn in den USA Gelder gestrichen und Forschung sowie Aufklärung behindert werden, wird das auch Folgen für Deutschland und Europa haben. Deutschland muss weiter in die globale Forschung investieren und im Kampf gegen HIV aktiv bleiben. Der evidenzbasierte Ansatz in der Therapie und Prävention von HIV und anderen STI muss das Maß aller Dinge bleiben.“

Quelle: dgi, dagnä, DAIG, DGPI

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