Bakterienprofile auf Knopfdruck

67 Eigenschaften vorhersagen
lz
Die neue Software Traitar
Die neue Software Traitar soll verschiedene Stämme des Erregers Pseudomonas aeruginosa auf neue Resistenzmechanismen gegen Antibiotika untersuchen. HZI/Manfred Rohde
Newsletter­anmeldung

Bleiben Sie auf dem Laufenden. Der MT-Dialog-Newsletter informiert Sie jede Woche kostenfrei über die wichtigsten Branchen-News, aktuelle Themen und die neusten Stellenangebote.


* Pflichtfeld

Neue Software Traitar leitet die Eigenschaften von Bakterien aus genetischen Daten ab. Es lassen sich 67 Eigenschaften des Bakteriums vorhersagen.

Moderne Sequenziertechniken machen es heutzutage möglich, das gesamte Erbmaterial – das Genom – eines Bakteriums in kurzer Zeit zu entschlüsseln. Das Ergebnis ist eine riesige Datenmenge, in der sich Tausende Gene verbergen. Welche Eigenschaften diese Gene dem Bakterium verleihen, müssen Wissenschaftler jedoch aufwendig analysieren. Bioinformatiker des Braunschweig Integrated Centre of Systems Biology (BRICS), einer gemeinsamen Einrichtung des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) und der Technischen Universität Braunschweig, haben nun eine Software entwickelt, die aus Genomdaten insgesamt 67 Eigenschaften des Bakteriums vorhersagen kann. Zu diesen Merkmalen gehören zum Beispiel bevorzugte Nahrungsquellen, bestimmte Resistenzen oder die Beweglichkeit der Bakterien. Die Software mit dem Namen „Traitar“ haben die Wissenschaftler online frei zur Verfügung gestellt und sie kürzlich im Fachjournal mSystems beschrieben.

Traitar erleichtert die Charakterisierung von Bakterienstämmen

Die physiologischen Eigenschaften eines Organismus sind in kodierter Form in seiner Erbinformation, dem Genom, festgelegt. Es enthält Baupläne für eine Vielzahl von Proteinen, die allen Funktionen in den Zellen des Organismus zugrunde liegen und so auch seine charakteristischen Merkmale bestimmen. Gerade bei krankheitserregenden Bakterien ist es wichtig, ihre spezifischen Merkmale zu identifizieren, um sie genauer erforschen und zum Beispiel bei einer Infektion eine passende medikamentöse Therapie entwickeln zu können. Dazu müssen die Forscher aber unter anderem wissen, welche Nahrungsquellen die Erreger nutzen, ob sie Sauerstoff benötigen oder ob sie Resistenzen gegen Antibiotika aufweisen. Um diese Informationen zu erhalten, bedarf es besonders bei noch nicht charakterisierten Bakterienstämmen oft langwieriger Laborexperimente. Ein erster und mittlerweile schneller Schritt in diesem Prozess ist das Entschlüsseln des Genoms der Bakterien. Doch die Auswertung der erhaltenen Daten ist dafür umso aufwendiger. Die neue Software „Traitar“, die die Braunschweiger Bioinformatiker entwickelt haben, erleichtert den Wissenschaftlern nun die Charakterisierung von Bakterienstämmen wesentlich: Anhand der Genomdaten leitet das Programm in wenigen Minuten eine ganze Reihe relevanter Eigenschaften ab.

Kostenlos verfügbar

Die Lösungen finden Sie hier

Artikel teilen

Online-Angebot der MT im Dialog

Um das Online-Angebot der MT im Dialog uneingeschränkt nutzen zu können, müssen Sie sich einmalig mit Ihrer DVTA-Mitglieds- oder Abonnentennummer registrieren.

Stellen- und Rubrikenmarkt

Möchten Sie eine Anzeige in der MT im Dialog schalten?

Stellenmarkt
Industrieanzeige