Eine Maus, die Katzen provoziert. Nicht etwa aus Wagemut, sondern weil sie ihren Gegenüber für harmlos hält. Sie ist manipuliert, bzw. hat sich mit Toxoplasma gondii infiziert. Der Parasit vermehrt sich nur im Darm von Katzen. Über den Katzenkot finden die robusten Parasiteneier ihren Weg in fremde Organismen, beispielsweise von Mäusen oder Vögeln. Um wieder zurück zum Stammwirt zu gelangen, reduziert der Erreger das Vermeidungsverhalten des Zwischenwirts, wie frühere US-Studien zeigten.
Gefährlich für Schwangere
Menschen infizieren sich häufig durch Kontakt mit kontaminiertem Wasser, Gemüse oder nicht durchgegartem Fleisch von infizierten Nutztieren. Gefährlich kann Toxoplasmose für Schwangere und den Fötus sowie für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem werden. Im Großteil der Fälle bleibt die Infektion aber unbemerkt. Die magensäureresistenten Erreger können jedoch die Blut-Hirnschranke passieren und sich lebenslang in Nervenzellen einnisten (latente Infektion). Ob dadurch kognitive Fähigkeiten beeinträchtigt werden, erforschten erstmals Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo). Sie konnten in einer Doppelblindstudie mit Senioren zeigen, dass eine latente Infektion Gedächtnisleistungen und die subjektive Lebensqualität verschlechtern kann.
Verschiedene PC-Tests durchgeführt
Aus einer Kohorte von gesunden Probanden ab 65 Jahren wurden zwei Gruppen mit je 42 Personen ausgewählt: Senioren, bei denen im Blut entsprechende T. gondii-Antikörper gefunden wurden, kamen in die erste Gruppe. Senioren mit negativem Nachweis bildeten die Kontrollgruppe. Alle Probanden beantworteten Fragen zu Lebenssituation und Lebensqualität. Danach folgten verschiedene PC-Tests zu Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Konzentrationsfähigkeit und Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung.
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