Zusammenfassung
Masern zählen zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten. Sie sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern sie können die Ursache schwerwiegender Erkrankungen sein, die mit gravierenden bisweilen sogar tödlichen Komplikationen verlaufen. Masern sind hoch infektiös. Selbst ein kurzer Aufenthalt mit einem Virusträger in einem Raum kann für eine Ansteckung ausreichen. In der Vorimpfära hatten alle Kinder bis zur Einschulung Masern gehabt und damit eine lebenslange Immunität erreicht. Nach Einführung der Masernimpfung 1967 nahmen die Maserninfektionen stark ab. Es wurden jedoch nicht alle Kinder geimpft, so dass es heute in der Bevölkerung Menschen gibt, die nicht vor einer Maserninfektion im höheren Alter geschützt sind. 2013 waren über 50 % der an Masern Erkrankten älter als 20 Jahre, davon 85 % ungeimpft. Maserninfektionen sind besonders für Säuglinge in den beiden ersten Lebensjahren gefährlich. Wenn die Mutter weder Masern hatte noch geimpft ist, besteht für den Säugling kein Immunschutz durch „Leihantikörper“ von der Mutter. Eine Impfung kann erst ab dem elften Lebensmonat durchgeführt werden. Gefährdet sind auch Jugendliche und Erwachsene bis zum 45. Lebensjahr, die nicht gegen Masern geimpft sind oder nur einmal im zweiten Lebensjahr eine Masern-Mumps-Röteln-Impfung erhalten haben, die nicht ausreicht, einen wirksamen Impfschutz zu gewähren. Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen nach 1970 Geborenen mit unklarem Impfstatus oder nur einer MMR-Impfung die Nachholung einer zweiten Impfung.
Entnommen aus MTA Dialog 02/2014
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